Sabine Schmidtke groundbreaking
Nov 200 erschien in Die Welt des Islams (N.S. vol 40, Issue 3 pp. 375-411)
ein langer Artikel von Sabine Schmidtke, die das Feld der mann-männlichen Sexualität
bereitete: Die westliche Konstruktion Marokkos
als Landschaft freier Homoerotik.
Ich habe mich damals über den verrückten Titel und die vielen sprachlichen Dopplungen
aufgeregt.
Heute will ich drei Abschnitte aufmachen:
den wesentlichen Inhalt des Artikels,
Stellen, die ich für falsch halte,
Ausdrücke, die ich für schief halte.
der wesentlichen Inhalt des Artikels
Die 35 Seiten bieten einen Überblick über orientalistische und unwissenschaftlicher Darstellung mann-männlicher Sexualität,
von Alfred von Kremer und Adam Mez, über Josef van Ess, Ulrich Marzoph, Franz Rosenthal, Bruce Dune, Everett K. Rowson, Rainer Nabielek bis zu Homo-Zeitschriften.
Abhandlungen, in denen es eher um Erotik geht als um Sex, wie H.Ritter: Meer der Seele bleiben außen vor. Thomas Bauer und Frédéric Lagrange kommen noch nicht vor. Viele Namen werden genannt: A. Vartanian, Ali Behdad, Antje Harnisch, Derek Hopwood, Guy Turbet-Delof, James Cleugh, Allen Edwardes, Jakob Ludwig Salomo Bartholdy, Ferdinand Karsch-Haack, Ludwig Frey, Serge Talbot, Paul Mantegazza, Vern L. Bullough, Minoo S. Southgate, Norman Daniel, John Boswell, Rudi C. Bleys, Richard Francis Burton, Marjorie Garber, Marjorie Garber Josef Hammer-Purgstall, Friedrich Veit, Rainer Nabielek, Edward William Lane, Paul Näcke, Johann Christoph Bürgel, Theo Stemmer, A. Amin, Jeffrey Meyers Marshall G.S. Hodgson, Ingeborg Baldauf, Stellen, die ich für falsch halte Gleich am Anfang beruft sich Schmidtke auf Ed. Said, der Orientalismus "geprägt" habe. Ich halte Said für einen Aufschneider, halte es mit Ṣādiq Ǧalāl al-ʿAẓm.
Den Begriff gab es schon vor Said (für die Wissenschaft, dt. Orientalistik, und ein Malerei-Genre, frz. l'orientalism) 1692 „Orientalist“, Gelehrter, Kenner orientalischer Sprachen belegt 1769 Holdsworth, On Virgil, p. 265: There are frequent instances of the very same orientalism in Homer 1769 Herder, Journal meiner Reise..., p. 230: Hier will ich noch die »Lettres Turques« von Saintfoix lesen und überhaupt sehen wie dieser Geist den Orientalismus behandelt! 1811 erstmals das englische "Orientalism" für profundes Wissen über den Orient In Frankreich erst ab 1830; der Complément du dictionaire de l'Academie von 1842 bringt drei Bedeutungen: 1.) das Wissen, die Philosophie, die Sitten der Orientalen 2.) die Theorie, daß das zivilisatorische Licht aus dem Orient kommt 3.) das Wissen über die Orientalen, insb. deren Sprachen Später kommt hinzu: 4.) Eigenthümlichkeit(en) der Orientalen Schließlich bezeichnet das Wort in den meisten europäischen Sprache: 5.) Imitation von Orientalischem, Übernahme von Orientalismen (Bedeutung 4) = Türkenmode, Chinoiserien und das was es bei Said sein soll, sagt er nicht wirklich = er definiert es nicht, sondern umkreist es, was ‒ in meinen Augen ‒ das Gegenteil von Wissenschaft ist. N.B.: Der selbsternantew Adoptivsohn Joseph Massad, macht es auch so. Er ist stolz darauf, dass er "liberalism" nicht definiert, sondern umkreist. In meine Augen ist Massad verrückt: was er über die aus Indien kommenden Arier oder die Aschkenasim, die keine Nachkommen der Hebräer seien, sondern Konveriten,
und die europäischen Christen, die anders als Said und er, nicht wirklich Christen sondern "späte Konveriten" seien, und die Hebräer, die gar nicht Hebräisch gesprochen hätten, sondern Aramäisch, schreibt, ist abgefahren. Dass er sowas denkt, ist eines, dass er es wiederholt zum Besten gibt, ist außerirdisch.
Abhandlungen, in denen es eher um Erotik geht als um Sex, wie H.Ritter: Meer der Seele bleiben außen vor. Thomas Bauer und Frédéric Lagrange kommen noch nicht vor. Viele Namen werden genannt: A. Vartanian, Ali Behdad, Antje Harnisch, Derek Hopwood, Guy Turbet-Delof, James Cleugh, Allen Edwardes, Jakob Ludwig Salomo Bartholdy, Ferdinand Karsch-Haack, Ludwig Frey, Serge Talbot, Paul Mantegazza, Vern L. Bullough, Minoo S. Southgate, Norman Daniel, John Boswell, Rudi C. Bleys, Richard Francis Burton, Marjorie Garber, Marjorie Garber Josef Hammer-Purgstall, Friedrich Veit, Rainer Nabielek, Edward William Lane, Paul Näcke, Johann Christoph Bürgel, Theo Stemmer, A. Amin, Jeffrey Meyers Marshall G.S. Hodgson, Ingeborg Baldauf, Stellen, die ich für falsch halte Gleich am Anfang beruft sich Schmidtke auf Ed. Said, der Orientalismus "geprägt" habe. Ich halte Said für einen Aufschneider, halte es mit Ṣādiq Ǧalāl al-ʿAẓm.
Den Begriff gab es schon vor Said (für die Wissenschaft, dt. Orientalistik, und ein Malerei-Genre, frz. l'orientalism) 1692 „Orientalist“, Gelehrter, Kenner orientalischer Sprachen belegt 1769 Holdsworth, On Virgil, p. 265: There are frequent instances of the very same orientalism in Homer 1769 Herder, Journal meiner Reise..., p. 230: Hier will ich noch die »Lettres Turques« von Saintfoix lesen und überhaupt sehen wie dieser Geist den Orientalismus behandelt! 1811 erstmals das englische "Orientalism" für profundes Wissen über den Orient In Frankreich erst ab 1830; der Complément du dictionaire de l'Academie von 1842 bringt drei Bedeutungen: 1.) das Wissen, die Philosophie, die Sitten der Orientalen 2.) die Theorie, daß das zivilisatorische Licht aus dem Orient kommt 3.) das Wissen über die Orientalen, insb. deren Sprachen Später kommt hinzu: 4.) Eigenthümlichkeit(en) der Orientalen Schließlich bezeichnet das Wort in den meisten europäischen Sprache: 5.) Imitation von Orientalischem, Übernahme von Orientalismen (Bedeutung 4) = Türkenmode, Chinoiserien und das was es bei Said sein soll, sagt er nicht wirklich = er definiert es nicht, sondern umkreist es, was ‒ in meinen Augen ‒ das Gegenteil von Wissenschaft ist. N.B.: Der selbsternantew Adoptivsohn Joseph Massad, macht es auch so. Er ist stolz darauf, dass er "liberalism" nicht definiert, sondern umkreist. In meine Augen ist Massad verrückt: was er über die aus Indien kommenden Arier oder die Aschkenasim, die keine Nachkommen der Hebräer seien, sondern Konveriten,
und die europäischen Christen, die anders als Said und er, nicht wirklich Christen sondern "späte Konveriten" seien, und die Hebräer, die gar nicht Hebräisch gesprochen hätten, sondern Aramäisch, schreibt, ist abgefahren. Dass er sowas denkt, ist eines, dass er es wiederholt zum Besten gibt, ist außerirdisch.
Die Begriffe „Homosexualität” und „Heterosexualität” gehen zurück auf Karl Maria [Benkert] Kertbeny, der diese erstmals in einem Brief vom 6. Mai 1868 an Karl Heinrich Ulrichs gebrauchte.Das kann man zwar öfters lesen, stimmt aber nicht.Ob der Brief an Ulrichs abgeschickt wurde, wissen wir nicht. Manfred Herzer hat in Budapest den Brief-Entwurf entdeckt und er ‒ und später auch die Ungar. Nationalbibliothek ‒ haben diesen veröffentlicht, und darin kommen die beiden schmidtke'schen Substantive nicht vor; es kommen lediglich vier Adjektive vor, u.a. homosexual und heterosexual."Gehen zurück auf" ist richtig; "im Brief gebrauchte" ist falsch. Und durchgesetzt hat sich das Begriffspaar gegen Inversion, Uranismus, Drittes Geschlecht, konträre Sexualempfindung, Zwischenstufen, Seelisches Zwittertum, Freundschaftsliebe, griechische Liebe erst binnen der nächsten 50 Jahre! Schmidtke schreibt: Im Mittelpunkt der Präsentation des Orients stand darum über Jahrhunderte immer wieder die exotisch anmutende Institution des Harems, der gerade aufgrund seiner Verschlossenheit die erotischen Phantasien zahlloser Reisender, Schriftsteller und Künstler angeregt hat und als literarischer Topos als Allegorie des Orients insgesamt herhalten mußte. Die Fußnote hierzu ist typisch für die Arbeit insgesamt: Die pauschal (d.h. ohne Angabe der einschlägigen Seiten) angeführten "Belege" belegen gerade nicht ihre Behauptung, und die Artikel, die eher in ihre Richtung gehen, fehlen. In den angegebenen Artikeln von Behadad und Harnsch finde ich sogar das Gegenteil: der Harem als Allegorie für Kritisierenswertes in der eigenen Gesellschaft. Eher in S.S.'s Richtung geht: Neil Macmaster, "Orientalism: From unveiling to hyperveiling" in Journal of European Studies. 28, no. 1-2, (1998): pp. 121ff.; darin wird nicht der Harem sondern der Komplex Schleier/ḥarem/ḥammām ins Zentrum gerückt. Befremdlicherweise hängt S.S. fünf Stellen an, die gar nichts mit dem Harem als Allegorie zu tun haben, sondern mit Tribadie im Harem. Bezeichnenderweise macht S.S, sogar auf ureigenem Terrain Fehler: Bullough behandelt Haremstribadie nicht „S. 231-32“, sondern nur in zwei nichtssagenden Sätzlein auf S. 231. In den Noten fehlt eine wichtige Arbeit, die sowohl Said wie S.S. zurechtrückt, vielleicht nur, weil sie S.S. noch nicht bekannt war: Lisa Lowe: Rereadings in Orientalism: Oriental Inventions and Inventions of the Orient in Montesquieu's Lettres Persanes in Cultural Critique. no. 15, (Spring 1990). pp. 115-144 Schmidtke schreibt:
Ganz anders stellen sich die kulturellen Vorstellungen des Abendlandes zu Sexualität und Geschlechtsidentifikation dar. Kennzeichnend für diesen Raum ist die strenge Mann-Frau Dichotomie. Die jeweilige Zugehörigkeit zu einem der beiden Geschlechter ist in diesem strikten Zweigeschlechtlichkeitsmodell allein biologisch determiniert; die körperlichen Merkmale eines Menschen bestimmen unzweideutig seine Geschlechtsidentität. Hierdurch ist auch die Geschlechterrolle eines Menschen vorgegeben. Die Symmetrie des dichotomischen Modells verlangt, daß sich das Begehren eines biologischen Geschlechts notwendig auf das jeweils Andere richtet. Weichen biologisches Geschlecht und soziokulturelles Verhalten hingegen voneinander ab, so wird dies als Anomalie, als Störung des gesamten Modells wahrgenommen.Als Quelle gibt sie Gisela Bleibtreu-Ehrenberg an, wo ich dergleichen nicht finden kann. Ich empfehle die Lektüre von Heinz-Jürgen Voß: Das differenzierte Geschlechterverständnis der Antike: Da geht es erstmal, darum, dass die alten Griechen und Römer das so sahen wie die Araber, und dass man bei uns erst in der Aufklärung anfingt es so zu sehen wie es laut Schmidtke "im Abendland" ist.
Tanger zur Hauptenklave homosexuellen Begehrens europäischer und nordamerikanischer Provinienz in NordafrikaHelmut Blazek: Rosa Zeiten für rosa Liebe: Geschichte der Homosexualität erscheint bei S.S. nur als Blazek, Rosa Zeiten ‒ zum Blück gibt es das www. Schmidtke hat "Damonisierung" statt "Bessenheit" analog zu "Verteuflung" statt "besessen vom Teufel" falsch ‒ aber nicht eigen für Schmidtke ‒ ist die kategorisiertung von Burtons Theorie der Sotadischen Zone als "klimatheoretisch", ist Unsinn: ganz Amerika von Alaska bis Feuerland gehört zu dieser Zone. Ich glaub nicht, dass dieses Gebiet ein Klima hat. Verhalten Verhaltensweisen Verhaltensformen Verhaltensmuster Praktiken Sexualverkehr Sexualhandlungen Sexualpraktiken Geschlechtsakte homoerotische Lebensäußerung Verkehr Geschlechtsverkehr Analverkehr Beziehungen Handlungen Praktiken Lawrence of Arabia wurde nicht von türkischen Soldaten gefickt, wie Schmidtke schreibt, sondern ‒ laut den Sieben Säulen der Weisheit ‒ vom Gouverneur von Derāʿ Ausdrücke, die ich für schief halte Es geht gar nicht um die westliche Konstruktion, sondern nur um die textliche: Filme, Musik, Photos, Plakate, Postkarten, Zeitschrifgten (inkl. Anzeigen) fehlen. Es geht fast nur um Gewalt und Prostitution, nicht um freie Erotik. Den anderen Sinn den "frei HomoSexualität/Erotik" im 1980 hatte, nämlich in in hauptamtlichen Homosexuellen verdinglichte, eingesperrte HomoS/E sondern frei schwebende, in allen menschen ausgelebte, der kommt auch nicht vor bei S.S. Es geht auch nicht wirklich um HomoSexSexualität, sondern nur um zwischenmännliche. Warum einen zu weiten Begriff, wenn man ihn gar nicht abhandelt? Ich sehe keine Landschaft, kann mir nicht vorstellen, was sich Autorin dabei gedacht hat. Es gibt viel Unnötiges, Aufgebähtes. Gleich in den ersten Sätzen: ausgeprägter Sinnlichkeit und Wollust ... Ort sinnlicher Wollust über Jahrhunderte immer wieder der Begehrenswertheit wie wäre es mit "der Vorteile"? oder: Wer besser ist? Manches kommt immer im Verbund: immanenter Bestandteil Und es gibt Häufungen: nicht nur Abendland und abendländisch, sondern auch Abendländer (das sind die Bewohner des katholisch+protestantischen Okzients)
• Orientalism is teaching, researching, administrating and pronouncing upon the Orient in certain discrete ways. (p. 202) • Orientalism is a style of thought based upon an ontological and epistemological distinction between ‚Orient‘ and ‚Occident‘ (p. 2) • Orientalism is a Western style for dominating, restructuring and having authority over the Orient (p. 2) • the essence of Orientalism is the ineradicable distinction between Western superiority and Oriental inferiority (p. 42) • Orientalism is a discourse whose purpose is not to elucidate but to silence the Orient • the Orientalist, poet or scholar, makes the Orient speak (p. 21 und p. 5) • the Orientalist renders its mysteries plain for and to the West. (p. 22) • Orientalism is a political subject matter and a field that is reflected by culture, scholarship and institutions (p. 12) • Orientalism depends more on the West than on the Orient • Orientalism is a strategic formation • Orientalism was a system of truth. It is therefore correct that every European, in what he could say about the Orient, was consequently a racist, an imperialist, and almost totally ethnocentric (p. 204) • Orientalism domesticated Oriental knowledge to the West, filtering it through regulatory codes, classifications, specimen cases ... dictionaries, editions, translations (p. 166) • Orientalism organized itself systematically as the acquisition of Oriental material and regulated dissemination as a form of spezialized knowledge. One copied and printed works of grammar, one acquired original texts, one multiplied their number and diffused them widely, even dispensed knowledge in periodic form. (p. 165) How vicious! • Orientalism expresses and represents the Orient culturally and even ideologically as a mode of discourse with supporting institutions, vocabulary, scholarship, imagery, doctrines, even colonial bureaucracies and colonial styles • Orientalists have accepted the basic distinction between East and West • Orientalism as I study it deals principally, not with a correspondence between Orientalism and Orient, but with the internal consistency of Orientalism and its ideas about the Orient • Orientalism was able to manage – even to produce – the Orient • Orientalism is a long tradition, a way of coming to terms with the Orient as the Other - from Homer to Kissinger • Orientalism ist ein akademisch-kolonialistisch-literarischer Komplex zur Beherrschung des Orient – etwa 1750 bis 1950 • the Orientalist is never concerned with the Orient except as the first cause of what he says • Orientalism controlled any statement made about the Orient even beyond the field – hier hat das Wort, die bis dahin übliche Bedeutung. Deshalb auch: The most readily accepted designation for Orientalism is an academic one.‒Labels: Orientalism, Schmidtke

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